Börsenjahr 2020: meine Ziele und Erwartungen

Der Jahreswechsel steht bevor. Ein erfolgreiches – aber auch turbulentes – Börsenjahr 2019, liegt hinter uns. Es wird dir sicher so gehen wie mir, man beginnt darüber zu grübeln, was das nächste Jahr wohl bringen wird.

Als Investor möchtest du die Zukunft aber nicht untätig auf dich zukommen lassen, sondern sie aktiv mitgestalten. Sicherlich kannst du nicht den Lauf der Welt beeinflussen, aber zumindest einige Dinge, die deine eigene Zukunft unmittelbar betreffen. Natürlich wollen wir uns hier um das Thema Finanzen kümmern. Und noch spezieller, um das Thema Einkommen durch Dividenden.

Grundsätzlich empfehle ich, dass du dir langfristige Ziele setzt, Da sich das Erreichen von Zielen, die weit in der Zukunft liegen, schlecht messen lässt, macht es Sinn, sich Etappenziele zu setzen. Was könnte also näher liegen, als sich zum Jahreswechsel Ziele für das kommende Jahr zu überlegen und aufzuschreiben.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das bisher nicht praktiziert habe. Das wird sich jetzt ändern. Ich schreibe meine Ziele für 2020 nicht nur auf einen Zettel, ich veröffentliche sie – für jeden sichtbar – in diesem Artikel. Damit stelle ich mich freiwillig unter einen ziemlichen Erfolgsdruck. Ein Verfehlen dieser Ziele wäre doch recht peinlich.

Meine finanziellen Ziele für das Jahr 2020

Um zu identifizieren, in welchen Bereichen ich mich verbessern möchte, muss ich auch einen Blick auf das bereits Erreichte werfen.

Status quo 2019

  • Mein Aktien-Depot hatte im Dezember 2019 einen Wert von ca. 49.000 EUR.
  • Meine Dividendeneinnahmen (brutto) beliefen sich in diesem Jahr auf ca. 2.080 EUR. (Eine genaue Auswertung folgt noch in einem separaten Artikel.)
  • Somit lag mein durchschnittliches (Brutto-)Einkommen aus Dividenden bei ca. 173 EUR pro Monat.
  • 248 EUR Dividenden in einem Monat. Das war mein höchster Wert in 2019.

280 Euro Dividenden pro Monat

Wenn ich meine aktuelle Dividendenrendite und meine Sparrate als Berechnungsgrundlage für das kommende Jahr nehme, dann werde ich bei ca. 230 EUR Bruttodividenden pro Monat landen. Ein Ziel sollte aber eine Herausforderung darstellen. Deshalb packe ich 50 EUR drauf. 280 EUR Dividenden will ich also 2020 im Monatsdurchschnitt verbuchen. Auch hier wieder vor Abzug von Steuern.

350 Euro maximale Monatseinnahmen

Mit 248,80 EUR brutto, erhielt ich im September 2019 die meisten Dividendenzahlungen. Diesen Wert will ich 2020 um 100 EUR toppen.

Diese beiden Dividendenziele sollen auch schon genügen. Eine Erhöhung meiner monatlichen Sparrate wäre als weiteres Ziel sinnvoll. Ich weiß jedoch, dass das in meiner momentanen finanziellen Situation nicht möglich sein wird. Wenn ich kann, werde ich außerordentliche Einzahlungen auf mein Depot vornehmen. Dies hängt aber von Faktoren ab, die ich kaum beeinflussen kann.

Ein bestimmter Depotwert, den ich für Ende 2020 anstrebe, macht aus meiner Sicht auch keinen Sinn. Ich bin Einkommensinvestor. Daher hat die Entwicklung von Aktienkursen bei mir nicht die höchste Priorität und ist eher von geringem Interesse.

Was ich vom Börsenjahr 2020 erwarte

Nachdem ich mir nun zwei ambitionierte Meilensteine für das nächste Jahr gesetzt habe, will ich noch zu meiner Einschätzung für das kommende Geschehen an den Aktienmärkten kommen. Ich möchte ausdrücklich anmerken, dass ich nur ein kleiner Privatanleger und kein Ökonom oder Börsenprofi bin. Eine Meinung darf ich mir aber trotzdem bilden. Du solltest sie nur mit Vorsicht genießen.

Kommt der Super-Crash?

Viele Crashpropheten sind ja der festen Überzeugung, dass der große Crash 2020 endlich kommt. Dieser Überzeugung waren sie aber auch schon in diesem Jahr, im Jahr davor, im Jahr davor und … du kannst es dir sicher denken.

Irgendwann werden sie richtig liegen. Ich denke aber nicht, dass es 2020 schon dazu kommt. Ich erkenne jedoch keine Euphorie an den Aktienmärkten. Hohe Bewertungen von Aktien (durchschnittliches KGV beim S&P 500 derzeit bei 19) sind zwar nicht von der Hand zu weisen aber astronomische Überbewertungen – wie vor den letzten Crashs – haben wir auch nicht. Die Lehman-Krise bildet hier eine Ausnahme, weil es sich dabei um eine Immobilienblase handelte.

Weiterhin hält sich auch die Verschuldung der Unternehmen, trotz Niedrigzinsen, in handhabbaren Grenzen. Mit der Verschuldung der Staaten ist es eine andere Geschichte. Aber hier ist das Limit des Machbaren noch nicht ausgelotet. Japan zeigt, dass man dieses Spiel eine ganze Weile lang treiben kann.

Ich sage also: Nein, der Crash kommt 2020 nicht!

Politische Börsen…

…haben zwar kurze Beine, werden uns im nächsten Jahr aber wieder auf Trab halten. Davon bin ich überzeugt. Allerdings wird In den USA gewählt, sodass Donald bemüht sein müsste, den Handelskonflikt – zumindest teilweise – zu lösen. Trotzdem wird sich der Handelskrieg zwischen den USA, China und dem Rest der Welt nicht in Luft auflösen.

Und dann ist es ja auch nicht völlig unwahrscheinlich, dass Mr. Trump keine zweite Amtzeit regieren darf. Die Alternativen der Demokraten sind für US-amerikanische Verhältnisse ziemlich links orientiert, was die Aktienkurse nicht gerade zu neuen Rekorden treiben dürfte.

Ich glaube, wir sollten uns alle wieder auf sehr volatile Aktienmärkte einstellen. Wir wissen ja, dass ein Tweet genügt, um gravierende Reaktionen an den Märkten auszulösen, was ein deutlicher Hinweis für eine gewisse Nervosität bei den Anlegern ist.

Gute Aussichten für DividendenSparer

Während die Aktienkurse vielleicht einmal rauf und einmal runter gehen, können wir Dividendeninvestoren entspannt bleiben. Unsere Unternehmen werden ihre Gewinne weiter steigern können, und somit auch höhere Dividenden an die Aktionäre ausschütten. Wie oben erwähnt, sehe ich keine Rezession auf uns zukommen, also sollten die Dividenden weiter sprudeln.

Schnäppchen werden Mangelware

Bei allem Optimismus sehe ich aber auch einen negativen Punkt für das nächste Jahr. Es wird zunehmend schwerer, günstig bewertete Unternehmen zu finden. Trotzdem werde ich mich mit weiteren Aktienkäufen nicht zurückhalten. Eine Cash-Reserve werde ich auch 2020 nicht aufbauen. Während man auf seinem Geld sitzt und auf fallende Kurse wartet, ziehen zu viele gute Gelegenheiten an einem vorbei. Das ist zumindest meine Ansicht.

Abschiedsworte

So, das war wohl mein letzter Artikel in diesem Jahr. Im August dieses Jahres habe ich meinen Dividenden-Blog hier auf DividendenSparer.de gestartet. Eine kurze Halbjahresbilanz kann ich also schon ziehen. Ich bin froh das Projekt gestartet zu haben. Ich habe festgestellt, dass man über so manchen Aspekt – beim Investieren in Dividendenaktien – doch noch gründlicher nachdenkt, wenn man darüber in der Öffentlichkeit schreibt.
Auch habe ich über die Kommentare bereits mehr Feedback bekommen, als ich es in diesem frühen Stadium meines Blogs erwartet hätte. Vielen Dank dafür! Ich hoffe, ich kann euch auch im kommenden Jahr für den einen oder anderen Artikel begeistern.

Bleibt mir noch, uns allen einen Guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches Börsenjahr 2020 zu wünschen.


Es handelt sich hierbei weder um die Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren. Ich schildere hier lediglich meine Meinungen und Erfahrungen und mache keine Anlageberatung.
Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden. Dies kann auch zum Totalverlust führen.
Bitte beachte hierzu meinen Disclaimer!

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4 Kommentare

  1. Hallo Mike,
    uns kleinen privatanlegern bleibt eh nix anderes übrig als uns anzupassen. ich habe auch dank deines blogs meine linie wieder gefunden, die ich 2020 weiter gehe.
    beim lesen deines „letzten“ beitrages haben sich bei mir alle derzeitigen infos am markt wie folgt verdichtet:
    dividendeneinnahmen generieren sich aus der summe von aktienanteilen
    deshalb werde ich weiter aktien kaufen……..und sollte es doch crashen oder mal etwas abwärts gehen freue ich mich über günstige kurse. wie heißt der begriff dafür…..cost average oder so.
    habe über die feiertage etwas gelesen über „….wenn sie vor soundsoviel jahren aktien gekauft hätten…“ und über dividendenaristokraten wie american states water. die haben demnach 2 weltkriege und 1929 mit einem riesen-crash überstanden. ja mike…….hätten wir bloß 1929 nach dem crash gekauft…….oder warren buffet, der hat auch schon crashs mitgemacht. der hat aber immer noch coca-cola im depot.
    also mike, lass uns nicht so bange werden und jedem trend nachlaufen, sondern immer weiter investieren und unseren schneeball füttern

    guten rutsch ins dividendenrekordausschüttungsjahr 2020

    1. Hallo Dieter,

      also besser könnte ich’s auch nicht zusammenfassen. Einfach weiter machen. Ich denke auch, dass es im Falle eines Crashs oder einer Korrektur, die Dividendentitel noch am wenigsten erwischt. Für mich ist nur wichtig, dass weiter Dividenden fließen.

      Für dich auch einen Guten Rutsch!
      Viele Grüße
      Mike

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