6% Dividendenrendite mit diesem Rohstoffgiganten

Von dem Unternehmen BHP Group, wirst du vielleicht noch nichts gehört haben. Das ist aber auch keine Schande, denn BHP baut Rohstoffe ab, um sie an die Industrie zu verkaufen. Es gibt also keine Produkte oder Dienstleistungen, die du als Endverbraucher kennen solltest.
Noch dazu hat der Bergbaukonzern seinen Hauptsitz in Australien. Das ist ziemlich weit weg.

Geschichte

Die heutige BHP Group – vor kurzem noch BHP Billiton genannt – entstand aus einem Merger der beiden Unternehmen BHP Ltd. und Billiton Plc im Jahre 2001. Auf dem Weg zu dieser Firmenzusammenführung haben beide Unternehmen eine lange Historie vorzuweisen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.

Wobei die Geschichte der Billiton Plc im Jahre 1851 mit einer Zinn-Miene auf einer indonesischen Insel begann. Die Gründung der BHP Ldt. fand in Australien statt. 1885 grub man auf dem Broken Hill nach Silber und Blei.

Dem stetigen Wandel der Weltgeschichte passte sich BHP immer wieder an. So wuchs im Zuge der Industrialisierung – und aufgrund der beiden Weltkriege – die Nachfrage nach Stahl. Dementsprechend wurde die Förderung von Kohle und Eisenerz forciert und die Produktion von Stahl begonnen.
Schließlich baute BHP Militärflugzeuge und sogar Kriegsschiffe, um der Bedrohung durch Japan zu begegnen.

In den 1960er Jahren gewann der Rohstoff Öl mehr und mehr an Bedeutung. Auch hierauf stellte man sich ein und begann mit der Suche nach Ölvorkommen, welche man in Australien fand und förderte.

In den 80ern nahm die globale Expansion des Unternehmens richtig Fahrt auf. Man kaufte die General Electric Tochter Utah International. Jetzt förderte man auch in den USA, Kanada, Brasilien und Chile Rohstoffe wie Kohle, Öl und Kupfer.

Schließlich kam es 2001 zu der Fusion von BHP und Billiton. Den zweitgrößten Bergbaukonzern der Welt, konnte man sich nun nennen.

Doch mit dem scheinbar unaufhaltsamen Wachstum gehen auch Probleme einher. Nach offiziellen Aussagen des damaligen Managements, spaltet man 2015 einen großen Teil des Konzerns ab. Aus der Trennung entsteht das Unternehmen South 32. Es handelt sich hierbei eher um eine geografische Unterteilung des global aufgestellten Rohstoffgiganten, als um eine Unterteilung in Geschäftsbereiche bzw. Rohstoffsorten.

Kennzahlen

NameBHP Group
UnternehmenssitzAustralien
Gründung1885
ISINAU000000BHP4
Kurs (07.12.2019)37,36 AUD
Dividendenrendite (07.12.2019)6,14 %
Ausschüttungenhalbjährlich
Ausschüttungsquote75%
Marktkapitalisierung (07.12.2019)110 Mrd. AUD

Das vorige Geschäftsjahr der BHP Group endete am 30.06.2019. Es konnte ein Gewinn (EBITDA) von 23,2 Mrd. USD ausgewiesen werden, was knapp über dem Ergebnis von 2018 liegt. Geholfen haben hierbei gestiegene Preise beim Eisenerz. Negativ wirkten sich dagegen gesunkene Kupferpreise aus.

Der Free Cash-Flow lag mit 10 Mrd. USD mehr als 2 Mrd. unter dem Vorjahreswert. Allerdings hat man auch die Nettoverschuldung um 9,2 Mrd. USD gesenkt.

Die 72.000 Mitarbeiter von BHP fördern zwar eine endlos lange Liste an Rohstoffen und Mineralien, die Schwerpunkte liegen aber bei Eisenerz, Kupfer, Öl und Kohle. Diese tragen folgende Anteile zum Unternehmensgewinn bei:

Quelle: BHP Investor Centre Zum Vergrößern ins Bild klicken!
RohstoffGewinnanteil in %Gewinnanteil in Mrd. USD
Eisenerz4811,1
Kupfer194,6
Öl163,8
Kohle174,1

Währungswirrwarr

Seinen Hauptsitz hat BHP in Australien. Genauer gesagt, befindet sich die Firmenzentrale in Melbourne. Trotzdem werden die meisten Geschäftszahlen in US-Dollar angegeben. Auch die Dividendenzahlungen werden in USD veröffentlicht. Das liegt daran, dass man den Großteil seiner Umsätze nun mal in US-Dollar macht. Wenn du jetzt glaubst, dass du dann auch deine Dividenden in USD ausgezahlt bekommst, liegst du leider falsch. Je nachdem, ob du Aktien der Limited (Australien) oder der PLC (Großbritannien) gekauft hast, erhälst du deine Dividenden in Australischen Dollar oder in Britischen Pfund.

Wenn es jedoch um Aktienkennzahlen geht, die von der australischen Börse ASX stammen, dann kommt wieder der Australische Dollar zum Tragen. Das ganze ist ein wenig kompliziert – ich plädiere für eine Weltwährung!

Diversifizierung

BHP und Billiton waren jeder für sich genommen, schon vor der Jahrtausendwende weltweit aufgestellt. Seit dem Merger der beiden Konzerne, ist man aber endgültig zum globalen Rohstoffgiganten geworden. Man beteiligt sich an Mienen in Afrika und Südamerika, man fördert offshore Öl in Australien und im Golf von Mexiko, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Die Diversifizierung erfolgt also nicht nur geografisch sondern auch über die verschiedensten Rohstoffe.

Quelle: BHP Investor Centre Zum Vergrößern ins Bild klicken!

Allerdings muss ich anmerken, dass es eine starke Gewichtung auf das Eisenerz gibt. Das jedoch auch aus gutem Grund. Schließlich steuert es mit einer Marge von 65% den Großteil zum Unternehmensgewinn bei.

Aussichten

Wenn du dich für ein Investment in BHP interessierst, musst du dir darüber im Klaren sein, dass es sich um einen zyklischen Wert handelt, der stark vom Verlauf der weltweiten Konjunktur abhängt.
Doch nicht nur eine Wirtschaftskrise macht einem Rohstoffgiganten wie BHP zu schaffen, auch schwankende Rohstoffpreise. Hierfür kann es viele Gründe geben. Z.B. ein Überangebot oder eine sinkende Nachfrage. So ist anzunehmen, dass die Nachfrage nach Kohle zur Energiegewinnung stetig abnehmen wird, bis sie eines Tages – hoffentlich – bei Null landet. Auch auf solche Entwicklungen muss das Management der BHP Group reagieren. Die Geschichte des Unternehmens zeigt jedoch eindrucksvoll, dass man bisher auf alle Herausforderungen eine passende Antwort hatte.

Da fast die Hälfte des Gewinns derzeit vom Eisenerz abhängt, ist China ein maßgeblicher Faktor für die weitere Entwicklung der Geschäftszahlen. Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht des Planeten – bald die Nr. 1 – benötigt das Eisenerz in erster Linie zur Stahlproduktion. Wenn es der chinesischen Wirtschaft also schlecht geht, geht es auch BHP schlecht. Aber das gilt mittlerweile ja für die gesamte Weltwirtschaft, für BHP jedoch in besonderem Maße.
Der Absatzmarkt Nummer 2 ist ganz klar die USA. Es folgen Japan, Europa und Indien.

Niemand weiß, wie lange es noch bis zur nächsten Rezession dauern wird und wie stark diese ausgeprägt sein wird. Bis es soweit ist, gehe ich aber von positiven Aussichten für BHP aus. Das Unternehmen hat steigende Fördermengen für Eisenerz, Kupfer und Öl in Aussicht gestellt. Auch wird man weiter an der Verbesserung der Profitabilität und am Schuldenabbau arbeiten.

finviz dynamic chart for  BHP

Dividenden

Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei ca. 6%. Im Geschäftsjahr 2019 hatte man eine Ausschüttungsquote von 75%, auch bedingt durch Sonderausschüttungen. Die Unternehmensleitung sicherte den Aktionären zu, eine Ausschüttungsquote von 50% nicht unterschreiten zu wollen.

Das klingt für Dividendensparer wie mich auf jeden Fall interessant. Allerdings ist die Dividende hier nicht so sicher, wie bei so manchem Dividenden-Aristokraten. Wenn eines der o.g. Risikoszenarien eintritt, kann es ganz schnell zu einer Dividendenkürzung kommen, das hat die BHP-Firmengeschichte bereits gezeigt. Ich bin mir dessen bewusst und nehme es in Kauf. Da ich meine Unternehmensanteile am liebsten für immer behalten möchte, ist mir das Fortbestehen der Firma letztendlich wichtiger, als eine Dividendenausschüttung, die an die Substanz geht.

Fazit

Ich habe mich bereits für den Kauf einiger BHP-Aktien entschieden. Nach Rio Tinto ist dies nun mein zweites Investment im Rohstoffbereich. Ich bin mir bewusst, dass man mit einem solchen Zykliker durch so manches Tal schreiten muss. Aber ich glaube insgesamt an die Story des Unternehmens und bin beeindruckt von dessen ereignisreicher Historie.
Langfristig wird die Weltwirtschaft weiter wachsen und entsprechend mehr Rohstoffe benötigen. BHP ist einer der großen Player, die diese Nachfrage befriedigen werden.
Ich freue mich, an den zukünftigen Gewinnen dieses Rohstoffkonzerns beteiligt zu sein.


Ob die hier vorgestellte Aktie auch für dich interessant ist, musst du selbst entscheiden. Vor allem solltest du deine eigene Recherche anstellen, um mehr über das Unternehmen zu erfahren. Da ich selbst Aktien von BHP habe, kann meine Meinung nicht objektiv sein. Also Vorsicht! Beachte bitte den folgenden Disclaimerhinweis.

Es handelt sich hierbei weder um die Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren. Ich schildere hier lediglich meine Meinungen und Erfahrungen und mache keine Anlageberatung.
Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden. Dies kann auch zum Totalverlust führen.
Bitte beachte hierzu meinen Disclaimer!

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7 Kommentare

  1. Guten Morgen Mike,

    vielen Dank für die Vorstellung von BHP. Endlich wissen wir, was wir uns da in’s Depot gelegt haben. 🙂
    Im Ernst: wir haben Anfang 2015 eine überschaubare Position von BHP auf Empfehlung gekauft, ohne so richtig zu wissen, was das Unternehmen eigentlich macht. „Irgendwas mit Mining.“

    In der Retrospektive nach vier Jahren ist BHP nicht unbedingt eine SWAN-Aktie. Kurz nach unserem Kauf kam die Abspaltung von South 32 und dann der Staudammbruch in Brasilien. Der Kurs der Aktie läuft eher seitwärts und die Dividende schwankt.

    In Summe ist die Performance ganz ordentlich. Wir haben in den knapp viereinhalb Jahren auf 500,- Euro Invest 122,- Euro Dividenden erhalten. (Darin sind 22 kostenlos erhaltene South 32 Aktien enthalten.)

    Damit gehört BHP nicht zu den High-Flyern unseres Depots, aber auch nicht zu den Flops.
    Daher würden wir BHP heute vielleicht nicht mehr erwerben. Wir sehen aber aktuell auch keinen Grund uns zu trennen.

    Insofern wünsche ich Dir und uns weiterhin viele Erfolg mit BHP.

    Viele Grüße und einen schönen zweiten Advent
    Kassenwart

    1. Moin Kassenwart,

      sehr cool, dass sich hier ein Investor von BHP meldet. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist ja nicht besonders hoch. Weder die BHP-Aktie, noch mein Blog-Neugeborenes sind hierzulande sonderlich bekannt. 🙂

      So schlecht finde ich deine Performance mit BHP aber nicht. Wenn ich das mal grob überschlage, hast du durchschnittlich 5% Dividendenrendite gehabt. Da mich die zappelnden Aktienkurse weniger interessieren, wäre das für mich schon eine gute Bilanz.

      Neben den zwei von dir genannten Einschnitten, hatte BHP ja auch einen erfolglosen Versuch hinter sich, ins Schieferöl-Geschäft einzusteigen. Aber solche Schwierigkeiten hatte man in der Vergangenheit zu bewältigen und es wird auch in Zukunft nicht einfacher werden.

      Natürlich bin ich optimistisch bei diesem Investment. Sicherlich werden wir beide noch viel Freude mit unseren BHP-Aktien haben. Ich verkaufe sie nicht wieder,

      Für dich und unsere Leser (alle fünf) auch einen schönen zweiten Advent.

      Mike

  2. Danke für den tollen Artikel über die BHP Group. Ich habe von dieser Firma in einen finanztest Artikel über britische Aktien gehört und mir diese ins
    Anfang Dezember 18 Stück zum Kurs 19,4420 € Depot geholt, da ich bisher noch keine Aktie aus dem Bereich Rohstoffe besitze.
    Deine Unternehmensbeschreibung zeigt mir, dass ich mir blindlings einen anpassungs- und lernfähigen Rohstoffmogul ins Depot geholt hab. Ich hab genauso
    wie du vor, auch über die Unternehmen meine Aktienkäufe zu schreiben – die eine oder andere Passage kann mir dann als Inspiration dienen.

    Cool dass du auch Rio Tinto erwähnt (die habe ich auch unter „Interessante Aktien“ bei mir vermerkt). Eventuell hast du auch schon von Anglo American gehört. Aber mit diesen Unternehmen habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt.

    Freue mich schon, deine weiteren Blogeinträge zu lesen und dort meine Kommentare zu setzen.

    Grüße
    finanzmatze

  3. Hallo finanzmatze,

    vielen Dank für deinen Kommentar.

    Freut mich sehr, dass dir mein Artikel über die BHP Group was gebracht hat. Ich drücke dir die Daumen, dass du mit deinem Investment ordentliche Renditen einfährst.

    Rio Tinto habe ich ja auch im Depot, von Anglo American hatte ich bisher aber tatsächlich noch nichts gehört. Klingt auch sehr interessant, ist sicher mal einen näheren Blick wert. Was mich erstmal stört, ist der hohe Anteil an Diamantenminen. Da hört man ja nichts Gutes drüber. Bei genauerer Betrachtung würden sich diese Bedenken aber vermutlich als Klischee bzw. grobe Verallgemeinerung herausstellen. Wie es oft so ist…

    Viele Grüße
    Mike

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