Dividenden: Die Antwort auf das Nullzins-Sparbuch

Laut einer jährlichen Umfrage der Bausparkassen, gehörte auch 2019 das klassische Sparbuch wieder zu den beliebtesten Formen der Geldanlage. 45% der Deutschen nutzten das Sparbuch, um ihr Geld anzulegen. Dabei gibt es derzeit 0,02% Zinsen p.a. auf die Einlagen im Sparbuch. Die Sicherheit scheint bei den Sparern an erster Stelle zu stehen, so zumindest die Aussagen der mehr als 2000 befragten Bundesbürger.

Wenn ich sowas lese, kann ich es kaum glauben. Wir haben ca. 2% Inflation. Diese steht einem Zins von 0,02% gegenüber. Wo besteht denn da die Sicherheit, wenn mein Geld permanent an Wert verliert?

Wenn du nun denkst, dass das Tages- oder Festgeldkonto eine echte Alternative wäre, siehst du dich bei den aktuellen Konditionen leider wieder enttäuscht. 0,5% beim Tagesgeld und 1,3% beim Festgeld, vielmehr ist leider kaum drin. Zumal diese Möglichkeiten, dein Geld anzulegen bzw. lediglich aufzubewahren, relativ illiquide sind.

Warum nur das Sparbuch?

In den „guten alten Zeiten“ konntest du dir von deinem Sparbuch einen kleinen Zinsertrag erhoffen. Früher konntest du mit 3% und mehr rechnen, doch das ist lange vorbei. Aus welchem Grund legen dann immer noch so viele Menschen ihr Geld auf dem Sparbuch an?

Die Auswirkung der Inflation scheint für unseren urzeitlichen Verstand zu abstrakt zu sein. Die Summe bleibt die gleiche, also sind wir beruhigt. Eine Rendite haben wir nicht erzielt aber das Geld ist wenigstens nicht weniger geworden. Falsch! Es ist eben doch weniger geworden. Die Geldmenge ist nur eine Zahl. Die Kaufkraft bestimmt jedoch den Wert des Geldes.

Ein Beispiel: Wenn du heute 1.000 Euro bei 0% Zinsen auf dein Sparbuch legst, dann haben diese 1.000 Euro in 10 Jahren noch eine Kaufkraft von 820 Euro. Das entspricht einem Wertverlust von ca. 18%. Und weil Übertreibung veranschaulicht, runden wir die 18% mal auf ein Fünftel auf. Das heißt, von Fünf Euro wurde dir einer weggenommen.

Die einzige sinnvolle Verwendung eines Sparbuchs, die mir vor diesem Hintergrund einfällt, ist das kurzfristige Parken von Cash. Sei es für eine bevorstehende Rechnung oder eine größere Anschaffung.

Dividenden als Ersatz für Sparzinsen

Okay, dass das Sparen mithilfe des klassischen Sparbuchs nicht sinnvoll ist, davon sollte ich dich jetzt überzeugt haben. Als finanziell interessierter Leser meines Blogs, wusstest du das aber sowieso bereits. Doch was ist nun die beste Alternative?

Wenn du wieder einen attraktiven Zins für dein gespartes Geld erhalten möchtest aber auch keine unverhältnismäßigen Risiken eingehen willst, dann bist du mit Dividenden-Aktien am besten beraten.

Ich kann es gut verstehen, wenn es nun nicht dein Ding ist, die richtigen Aktien rauszusuchen und womöglich auch noch eigene Unternehmensbewertungen durchzuführen. Wenn du diesen Aufwand scheust oder dir das nötige Interesse fehlt, dann sind ETFs (Exchange Traded Funds) eine passende Lösung.

Es gibt zahlreiche Dividenden-ETFs. Solche die die Dividenden ausschütten oder auch thesaurierende, die die Dividenden wieder in Dividenden-Aktien reinvestieren. Bei justETF findest du ganz sicher, was du suchst.

Welche Performance man mit einem solchen ETF erziehlen kann, das möchte ich dir anhand des S&P High Yield Dividend Aristocrats Index zeigen.

Quelle: Finanzen100

Risiko minimieren

Wenn du viel Wert auf Sicherheit legst und ungerne Risiken eingehst, dann sind Dividenden-Aristokraten vermutlich das richtige für dich. Zu den Dividenden-Aristokraten dürfen sich solche Aktiengesellschaften zählen, die seit mindestens 25 Jahren nicht nur kontinuierlich Dividenden gezahlt, sondern diese auch Jahr für Jahr erhöht haben.

Prominente Mitglieder dieses erlauchten Kreises sind zum Beispiel: Coca Cola, McDonalds, Nestlé, Realty Income und Unilever. Drei weitere Vertreter dieser Kategorie habe ich in diesem Artikel kurz vorgestellt: 3 Dividendenaktien für die Ewigkeit

Und das beste daran: Alle oben genannten Firmen liegen mit ihrer Dividendenrendite über der Inflationsrate. Durch die regelmäßige Dividendenerhöhung kannst du außerdem mit einer jährlichen Erhöhung deiner Dividenden rechnen.

Liquidität

Als letzten Punkt möchte ich noch erwähnen, dass eine solche Anlage nicht so illiquide ist, wie du vielleicht glaubst. Natürlich ist das Investment in Aktien nicht dafür gedacht, dass du das Wertpapierdepot beim ersten finanziellen Engpass gleich wieder auflöst. Ein langfristiger Anlagehorizont sollte schon dein Ziel sein. Wenn es aber doch einmal zu einem Notfall kommen sollte, dann hast deinen Dividenden-ETF oder deine Dividenden-Aktien innerhalb von Minuten wieder verkauft.

Eine Gefahr will ich dabei aber nicht verschweigen. Wenn du mitten in einem Börsentief in dieser monetären Krise steckst, dann könnte dein Aktien-Portfolio ebenfalls an Wert verloren haben. Allerdings reagieren Dividenden-Aristokraten weniger empfindlich auf Börsencrashs als beispielsweise Wachstumswerte, das hat zumindest die Geschichte gezeigt.


Fazit

Wenn du also auf Zinserträge aus bist, dann ist meiner Meinung nach die Investition in Dividenden ausschüttende Unternehmen, die passende Alternative, auch wenn es hier anstelle von Zinsen Dividenden gibt. Zum Zwischenparken von Geld, taugt ein Dividenden-Depot jedoch weniger. Je nach anvisiertem Zeitraum, solltest du hierfür doch eher ein Tagesgeldkonto nutzen. Doch beachte, auch das Tagesgeldkonto bietet dir nicht genug Zinsen, um gegen den Wertverlust deines Geldes durch die Inflation entgegen zu wirken.


Es handelt sich hierbei weder um die Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren. Ich schildere hier lediglich meine Meinungen und Erfahrungen und mache keine Anlageberatung.
Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden. Dies kann auch zum Totalverlust führen.
Bitte beachte hierzu meinen Disclaimer!

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2 Kommentare

  1. Hallo Mike,

    ich nutze ein Tagesgeldkonto für meine Notreserve. Die von dir beschriebenen 3 Nettogehälter. Den Kaufkraftverlust nehme ich in kauf. In Aktien wäre mir die Cashreserve zu unsicher. bei meinem Glück brauche ich das Geld dann wenn grade der Crash ist.

    Hast du denn überhaupt keine Cash-Reserve?

    lg
    Stephan

  2. Hallo Stephan,

    vielen Dank für deinen Kommentar.

    Ich kann schon irgendwie verstehen, dass man sich das Halten einer Cash-Reserve ein bisschen was kosten lässt. Es kostet dich eben die Differenz aus den Zinsen auf das Tagesgeld und der Inflationsrate. Da geht es dir im Prinzip wie den Banken. Die müssen für Liquidität heutzutage auch teuer bezahlen.

    Ich selbst habe auch ein Tagesgeldkonto und nehme ebenfalls den Verlust an Kaufkraft zähneknirschend hin. Ich spare so den nächsten Gebrauchtwagenkauf an. Die verloren gegangenen 2% p.a. muss ich dann halt beim Aushandeln des Kaufpreises für das „neue“ gebrauchte Auto wieder rausholen. 😉 So kann man sich alles irgendwie schönreden…

    Ein Cashreserve für schlechte Zeiten habe ich nicht. Sollte es dazu kommen, würde mir mein Arbeitgeber kurzfristig aushelfen. Sollte der das nicht können, dann hätte ich eh ernsthaftere Probleme, die auch mit drei Nettolöhnen nicht zu lösen wären.

    Viele Grüße
    Mike

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