Dividendenernte Mai 2022

Dividendenernte Mai 2022

„Sell in may and go away but remember to come back in september!“ Die Aktienkurse gingen im Mai zwar weiterhin nach unten, verkaufen würde ich aber dennoch keines meiner Wertpapiere. Im Gegenteil, eigentlich ist dies die beste Zeit um Unternehmensanteile zu einem fairen oder sogar günstigen Preis zu kaufen. Mangels einer Cash-Reserve – ich bin immer all in – konnte ich diese Gelegenheit leider nicht nutzen. Ich kaufe also stoisch im gewohnten monatlichen Rhythmus nach. So profitiere ich zwar auch von tiefen Aktienkursen aber nicht in dem Maße, wie es mit einer gut gefüllten Kriegskasse möglich wäre.

Minus 1,2 Prozent – so weit ging es im Mai mit meinem Depotwert nach unten. Nur im Februar lief es mit minus 1,4 Prozent etwas schlechter! Insgesamt bin ich in 2022 immer noch mit 1,8 Prozent im Plus. Sicherlich etwas, wovon die meisten Tech-Investoren nur träumen können. Viele Grüße an Frank Thelen und Cathie Wood.

Ich bleibe also weiter ruhig, kann sehr gut schlafen und kassiere nebenbei reichlich Dividenden. Wie hoch meine Dividendenerträge im Mai 2022 waren, dazu kommen wir jetzt.


Meine Einnahmen durch Dividenden im Mai 2022

WertpapierMai 22
AbbVie27.06
AGNC Investment11.37
AT&T13.19
B&G Foods27.08
BASF34.00
BlackRock Income Trust12.84
Boston Pizza Royalties Income Fund6.58
Bristol-Myers Squibb20.52
British American Tobacco64.67
CVS Health10.45
DBS Group Holdings24.53
Frosta24.00
General Mills19.38
Gladstone Capital8.20
Gladstone Commercial10.54
Hercules Capital44.77
Horizon Technology Finance9.60
Lazard Ltd13.33
Main Street Capital20.70
Omega Healthcare Investors64.52
Owl Rock Capital29.85
PennantPark Floating Rate Capital18.05
Realty Income11.89
STAG Industrial7.00
Tanger Factory Outlet Centers19.26
TransAlta Renewables6.35
WestRock11.66
Whitestone3.84
Summe brutto (Summe netto)575.23 (423.51)

Im Mai 2022 haben die Ausschüttungen von 28 verschiedenen Unternehmen, für einen Dividendenertrag von 575,23 Euro brutto gesorgt.
Nach vollständigem Abzug von Abgeltungssteuer und Soli (26,375%) bleiben mir 423.51 Euro netto für Reinvestitionen.

Top 5 Dividendenzahler im Mai

  1. British American Tobacco – 64,67 Euro
  2. Omega Healthcare Investors – 64,52 Euro
  3. Hercules Capital – 44,77 Euro
  4. BASF – 34,00 Euro
  5. Owl Rock Capital – 29,85 Euro

An Platz eins und zwei haben wir Tabak und HealthCare. Eine geradezu symbiotische Kombination, wie ich finde.

neue Dividendenzahler

Die folgenden Unternehmen hatten mir im Mai 2021 noch keine Dividenden gezahlt.

Dass ich an dieser Stelle lediglich drei Firmen aufzählen kann, stellt ein Novum dar. Anscheinend kommt hier langsam zum Tragen, dass ich in letzter Zeit weniger neue Unternehmen ins Depot aufnehme, sondern stattdessen bestehende Positionen aufstocke.

Entwicklung meiner Dividendeneinnahmen

  • Mai 2021: 355,22 Euro brutto
  • Mai 2022: 575,23 Euro brutto
  • Differenz: plus 220,01 Euro brutto
  • Steigerung um: 61,94 %

Über 60% Steigerung zum Vorjahr, damit kann ich gut leben. Es können ja nicht immer 100% sein…

Dividenden im Jahresvergleich

  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Mai 2018: 90,42 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Mai 2019: 827,01 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Mai 2020: 1.139,79 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Mai 2021: 1.713,29 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Mai 2022: 2.596,34 Euro (brutto)

Um einen Vergleich der zurückliegenden 12 Monate (TTM = trailing twelve months) zu ermöglichen, stelle ich auch diese Zahlen bereit.

  • Dividendeneinnahmen von Juni 2018 bis einschließlich Mai 2019: 1.391,69 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Juni 2019 bis einschließlich Mai 2020: 2.419,10 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Juni 2020 bis einschließlich Mai 2021: 3.321,81 Euro (brutto)
  • Dividendeneinnahmen von Juni 2021 bis einschließlich Mai 2022: 5.423,27 Euro (brutto)

monatliche Dividenden im Jahresdurchschnitt

Aus den Einnahmen der zurückliegenden zwölf Monate ergeben sich folgende monatliche Durchschnittserträge:

  • 451,94 Euro (brutto) pro Monat (433,61 Euro Vormonat)
  • 332,74 Euro netto pro Monat (nach Abzug von Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag, der Freibetrag wurde ignoriert)
  • das ergibt eine Steigerung zum Vormonat um 4,23%

Ich habe mir überlegt, diesen Abschnitt um die Angabe der prozentualen Steigerung meiner monatlichen Dividenden zu ergänzen. Das ist wieder so ein Motivationsding. Welcher Arbeitnehmer kann schon von sich behaupten, jeden Monat eine Gehaltserhöhung zu bekommen?

Balkendiagramm: monatliche Dividendenzahlungen

Es geht weiter mit den kontinuierlichen Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr – gut so! Die Sonderinvestitionen aus 2021 und die Erlöse des Tesla-Verkaufs zeigen die gewünschte Wirkung.

Das Balkendiagramm ist immer auch ein aufschlussreicher Blick in die Vergangenheit. Als ich 2018 die ersten nennenswerten Dividenden erhielt, dachte ich noch: „Das wird ja ewig dauern, bis hier mal ein paar anständige Beträge zusammen kommen.“ Mir war zwar klar, dass Geduld gefragt ist, dennoch empfinde ich 10, 20 oder gar 30 Jahre immer noch als eine sehr lange Zeitspanne. Nun bin ich aber schon im fünften Jahr. Und das ging schneller, als ich es mir anfangs vorstellen konnte. Erstaunlich, wie sich das Dividendendepot in dieser Zeit entwickelt hat – besser als es mir jede Exceltabelle prognostizieren konnte.


Fazit

Bisher ist das Börsenjahr 2022 für mich eine Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen Seite haben wir die Aktienbewertungen, die im Allgemeinen sinken bzw. in meinem Fall nicht von der Stelle kommen. Auf der anderen Seite kann ich einen Rekord-Ertrag nach dem anderen verbuchen. Derzeit geht es den Unternehmen, in die ich investiert bin, gut. Der Markt ist anscheinend der Meinung, dass es in naher Zukunft nicht mehr so sein könnte. Ich sehe mich breit genug aufgestellt, sodass mein Portfolio beinahe jede Krise gut durchstehen kann. Meine REITs und BDCs stellen evtl. eine Achillesverse dar. Doch sie haben ihren Job zum Großteil bereits getan und mir außerordentlich hohe Ausschüttungen beschert, welche ich reinvestieren konnte.
Davon einmal abgesehen, bin ich der optimistischen Ansicht, dass wir das Gröbste überstanden haben, wenn erstmal die chinesischen Lieferkettenprobleme gelöst sind. Denn ein Haupttreiber der Inflation ist derzeit ein Mangel an Angebot.

Wie auch immer es kommen mag, ich kann ohnehin nicht voraussehen, was wann passieren wird. Daher werde ich weiter Monat für Monat mein Dividendendepot vergrößern.


Es handelt sich hierbei weder um die Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren. Ich schildere hier lediglich meine Meinungen und Erfahrungen und mache keine Anlageberatung.
Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden. Dies kann auch zum Totalverlust führen.
Bitte beachte hierzu meinen Disclaimer!

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3 Kommentare

  1. Hallo Mike,
    Glückwunsch zu deiner tollen Dividende und der wirklich ordentlichen Steigerung über die Jahre.
    Ich teile deine Ansicht explizit nicht, dass wir das Gröbste bereits überstanden haben. Im Gegenteil bin ich davon überzeugt, dass wir die aufkommende Krise erst erahnen, denn die Lieferkette ist längst nicht das einzige Thema und bei Weitem nicht das gefährlichste. Die Konsequenzen aus der Finanzkrise um 2008 machen sich nun leider bemerkbar, was natürlich irgendwann zu erwarten war. Blöderweise kommt auf das Szenario der Inflation und einer daraus resultierenden Rezession der Ukraine-Krieg hinzu, Corona ist noch nicht vom Tisch und hat das erste Problem in kurzer Zeit gut verdoppelt. Die Krise beginnt bereits, den Häusermarkt zu treffen und setzt sich dann immer weiter fort. Da dürfte in den nächsten Monaten noch einiges passieren und wird uns Anleger besonders in Liquiditäts-assets stark betreffen. All-in ist bei soliden Unternehmen allerdings grundsätzlich keine schlechte Strategie, wenn man sich das tägliche Leben leisten kann, aber davon gehe ich einfach mal aus 😉
    Viel Erfolg beim weiteren Investieren
    &
    Viele Grüße,
    MrTott

    1. Moin MrTott!

      Ich entscheide mich im Allgemeinen lieber für die Hoffnung, als für den Pessimismus. Eine Grundvoraussetzung, um überhaupt langfristig zu investieren. Sicher, die vor uns stehenden Probleme sind zahlreich und vielfältig. Aber wir laufen jetzt schon eine Weile seitwärts und möglicherweise geht es bald volatil und zaghaft aufwärts. Ja, die Welt ist überschuldet. Aber das ist auch das Positive. ALLE sind hoch verschuldet. Obwohl ich kein Anhänger der Modern Monetary Theory bin, gehe ich davon aus, dass das Spiel noch eine ganze Weile weiter gehen kann. Am Beispiel von Japan sieht man ja, dass es irgendwie funktioniert. Und wenn es doch zum Kollaps kommen sollte, dann wird es einen Schuldenschnitt geben. Aber vielleicht ist das gar nicht notwendig, weil die Inflation die Schulden entwertet hat.
      Übrigens lösen sich die chinesischen Logistikprobleme gerade wieder, als Folge der dortigen Corona-Lockerungen. Zufällig erhielt ich gestern eine eMail, dass ich demnächst eine Lichterkette geliefert bekomme. Diese hatte ich im Dezember 2021 bestellt. Na wenn das kein Zeichen ist, dann weiß ich auch nicht. 😂

      Viele Grüße
      Mike

      1. Moin Mike,
        die Grundeinstellung ist goldrichtig. Ich bin durch meinen Kommentar wohl etwas zu pessimistisch rübergekommen, wollte aber eigentlich nur folgendes sagen:
        In den nächsten Monaten (vielleicht auch wenigen Jahren) werden wir vermutlich eher fallende Kurse oder Korrekturbewertungen an diversen Assetklassen sehen, aber generell glaube ich auch weiterhin an Firmengewinne, die sich in Aktiengewinnen niederlegen werden. Es ist eben nur derzeit wohl vorbei mit neuen ATH, da die Liquiditätsschwemme der Zentralbanken eingestellt ist.

        Ich habe derzeit keine solchen internen Meldungen aus China zu verzeichnen. Es gibt zwar gebietsweise Lockerungen, dafür trifft es gerade andere Gebiete. Hier stehen viele Fabriken, die zwar noch nicht betroffen sind, aber große Angst vor einem 3-4-wöchigen Lockdown haben. Aber es ist schön zu sehen, dass deine Lichterkette wohl pünktlich mit 6 Monaten Verspätung zum Weihnachtsfest ankommen wird. Das lässt hoffen 😉

        Viele Grüße,
        MrTott (Chris)

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