Dividendenernte Oktober 2020

Im Oktober ging es an den Börsen wieder turbulent zu und dabei überwiegend nach unten. Der bevorstehende US-Wahlkampf, Streitereien um Konjunkturhilfspakete in den USA oder rasant steigende Corona-Infektionszahlen, all das hat der Kursentwicklung an den Aktienmärkten zugesetzt.

In meinem Depot macht sich das unter anderem dadurch bemerkbar, dass ich zwar jeden Monat 1.000 Euro in Aktienkäufe investiere, der Depotwert aber dennoch nicht steigt. Als Einkommensinvestor, der auf Dividendenerträge setzt, ist der Buchwert meiner Aktien nicht das entscheidende Kriterium für Erfolg oder Misserfolg. Es beunruhigt mich trotzdem, wenn das Portfolio trotz ständiger Zukäufe nicht signifikant an Wert gewinnt.

Da stellt sich die Frage, ob denn wenigstens bei den Dividenden eine positive Entwicklung erkennbar ist. Was das betrifft, musste ich in den vergangenen Monaten ja über die eine oder andere Schlappe berichten. Wie es im Oktober 2020 lief, verrate ich dir in diesem Artikel.


Meine Einnahmen durch Dividenden im Oktober 2020

WertpapierBetrag in Euro
Acadian Timber Corp.29,09
AGNC Investment Corp.7,63
BlackRock Income Trust, Inc.11,76
Boston Pizza Royalties Income Fund4,39
General Electric Company0,76
Gladstone Capital Corporation7,22
Global Net Lease, Inc.18,81
Iron Mountain Incorporated26,37
Main Street Capital Corporation14,02
Realty Income Corporation5,00
Sixth Street Specialty Lending, Inc.52,57
STAG Industrial, Inc.18,15
TransAlta Renewables Inc.5,54
W. P. Carey Inc.17,85
Whitestone REIT2,63
Summe221,79

15 verschiedene Unternehmen haben im Oktober Dividenden an mich ausgeschüttet. Daraus ergibt sich eine Summe von 221,79 Euro. Auch wenn dieser Wert unter der Septembersumme liegt, bin ich dennoch zufrieden.

Einen erheblichen Anteil, an diesen ordentlichen Dividendenerträgen, haben auch einige Unternehmen, welche ich erst in diesem Jahr in mein Depot geholt habe: Acadian Timber, Iron Mountain und W. P. Carey.

Darüber hinaus freue ich mich, dass der Boston Pizza Royalties Income Fund seine Ausschüttungen wieder aufgenommen hat. Wie zu erwarten, wurde die Dividende gesenkt. Ein Minus von 40% muss ich bei Boston Pizza hinnehmen. In Anbetracht der schwierigen Lage, insbesondere für die Gastronomie, ist das alles okay für mich. Leider ist zu befürchten, dass die aktuell wieder inkraft tretenden Lockdowns, auch Kanada erneut heimsuchen. Vermutlich wird die Dividende dann erneut ausgesetzt.

neue Dividendenzahler

Folgende Dividendenzahler hatte ich im Oktober 2019 noch nicht im Portfolio:

Entwicklung meiner Dividendeneinnahmen

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum, konnte ich meine Einnahmen wieder merklich steigern:

  • Oktober 2019: 143,44 Euro
  • Oktober 2020: 221,79 Euro
  • Differenz: plus 78,35 Euro
  • Steigerung um: 54,62 %

Die 200-Euro-Marke habe ich eindeutig überschritten, das ist schon mal die Hauptsache. Auch bin ich von den Einnahmen im September 2020 gar nicht so weit entfernt. Wo doch der September der stärkere Dividendenmonat ist. Das lässt vorsichtig für den kommenden Dezember hoffen.

Dividenden im Jahresvergleich

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  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Oktober 2018: 409,06 Euro
  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Oktober 2019: 1.660,34 Euro
  • Dividendeneinnahmen von Januar bis einschließlich Oktober 2020: 2.262,22 Euro

Hier kann ich zu meiner Freude feststellen, dass die bisherigen 2020er Einnahmen bereits die Gesamteinnahmen aus 2019 übertreffen. Alles was jetzt noch kommt, erhöht also den Vorsprung gegenüber dem Vorjahr.


Um einen Vergleich der zurückliegenden 12 Monate (TTM = trailing twelve months) zu ermöglichen, stelle ich auch diese Zahlen bereit.

  • Dividendeneinnahmen von November 2018 bis einschließlich Oktober 2019: 1.906,38 Euro
  • Dividendeneinnahmen von November 2019 bis einschließlich Oktober 2020: 2.708,20 Euro

Balkendiagramm: monatliche Dividendenzahlungen

Dividenden Oktober 2020, Screenshot Portfolio Performance.
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Vorsicht, jetzt wird es etwas makaber: Exponentiell steigende Kurven sehen wir bei den Corona-Infektionszahlen nicht gerne, bei der Dividendenentwicklung aber schon. Der Oktober liefert hier seit 2018 ein blitzsauberes Bild ab. Schöne Steigerungen, die auch noch beschleunigen. So soll es sein.

mein Aktienkauf im September:
Enbridge Inc. (TSX: ENB)

Nach all dem Zahlenwerk, kommen wir zu meinem Aktienkauf des Monats Oktober. Mithilfe meiner monatlichen Sparrate von 1.000 Euro und einigen angesammelten Dividenden, konnte ich mir 50 Aktien des kanadischen Energieinfrastrukturunternehmens Enbridge kaufen.

  • Enbridge Inc.
    • Kauf von 50 Stück am 01.10.2020
    • Kaufkurs: 39,13 CAD
    • Kaufkosten inkl. Gebühren: 1.961,50 CAD

Wie wir alle wissen, mussten Aktien aus dem Energie-Sektor in letzter Zeit sehr leiden. Vor allem solche, die sich den fossilen Energieträgern zugeschrieben haben. Die Bewertung von Enbridge hat dieses Sentiment ebenfalls mit nach unten gezogen. Unangemessen, wie ich finde. Enbridge verfügt über ein äußerst stabiles Geschäftsmodell, welches nicht unmittelbar von schwankenden Öl- und Gaspreisen beeinflusst wird. Enbridge betreibt im wesentlichen die Pipelines, welche zum Transport von Öl und Gas benötigt werden. Die Nutzung dieser Infrastruktur, lässt sich Enbridge auch dann bezahlen, wenn die Öl-Preise im Keller sind.

Quelle: Enbridge Investor Relations
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Was ich heutzutage bei einem Unternehmen aus dem Energiesektor aber auch sehen will, ist die Bekenntnis zu regenerativen Energien. Enbridge hat erkannt, dass hier ein Wandel notwendig ist und investiert dementsprechend hohe Beträge in Solarparks und Offshore-Windkraftanlagen aber auch in Wasserstofftechnologien und Biogasanlagen.

Eine solide Bilanz, vergleichsweise niedrige Verschuldung, eine moderate Ausschüttungsquote von 65% und gute Zukunftsaussichten, sind ja schön und gut. Was aber kommt für mich als Investor dabei rum. Bei Enbridge, jede Menge: Ein TotalReturn von 15,8% lasse ich mir gefallen und gegen 8% Dividendenrendite (zum heutigen Kurs sind es sogar 9%) habe ich auch nichts.

Quelle: Enbridge Investor Relations
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Fazit

Gerade macht es den Eindruck, dass sich meine Performance wieder berappelt. Die Einnahmen aus Dividenden zeigen sich auch wieder stabiler. Es könnte so schön sein, wären da nicht die erneuten Lockdowns in Europa und die erneut steigenden Coronazahlen in der nördlichen Hemisphäre. Der Weltwirtschaft steht ein langer, harter Winter bevor, davon bin ich überzeugt. Nachdem wir das erste Tal halbwegs durchschritten haben, dürfte es jetzt nochmals ein Stück bergab gehen.

Growth-Investoren, die viele Techwerte im Portfolio haben, werden besser durch diese Zeiten kommen, als Dividendenjäger, die eher in klassische Geschäftsmodelle investieren. Das mag vorübergehend ein Nachteil sein, auf lange Sicht sind die günstigen Kaufgelegenheiten bei den Dividendenwerten aber nicht zu unterschätzen. Sollten wir Corona mithilfe entsprechender Impfstoffe überwinden, dann werden wir schneller zu alten Gewohnheiten zurückkehren, als es sich viele Idealisten verstellen mögen. Bis es jedoch soweit ist, gilt es möglichst viel Qualitätsware zu Schnäppchenpreisen einzusammeln.


Es handelt sich hierbei weder um die Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren. Ich schildere hier lediglich meine Meinungen und Erfahrungen und mache keine Anlageberatung.
Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden. Dies kann auch zum Totalverlust führen.
Bitte beachte hierzu meinen Disclaimer!

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5 Kommentare

  1. Hi Mike,

    sehr schöner Artikel.
    Da du ja sehr viele Hochdividendenwerte hast, würde mich interessieren, wie du damit so fährst?
    Ich selbst habe letztes Jahr mit 5000€ auch mal einen Versuch mit Hochdividendenwerten gestartet und schneide eher schlecht ab. Viele Unternehmen haben während der Krise die Dividende gestrichen und die Kurse sind ebenfalls in den Keller gesunken.

    Danke dir und weiter viel Erfolg.
    Chris

  2. Hallo Chris,

    meine Hochdividendenwerte bestehen zu einem großen Teil aus REITs und BDCs. Bei denen ist es ja per Gesetzt vorgesehen, dass sie fast alles ausschütten. Allerdings gab es hier auch so manche Dividendenkürzung, vor allem bei einigen REITs.
    Man kann natürlich auch auf runter geprügelte Branchen setzen, wie Öl- und Tabakaktien. Das mache ich vereinzelt zwar auch, mir ist aber klar, dass das ziemlich riskant ist.

    Insgesamt komme ich auf eine durchschnittliche Dividendenrendite von ca. 6%. Damit bin ich sehr zufrieden.

    Viele Grüße
    Mike

  3. Hallo Mike,

    Congrats zu deinem Ergebnis. Top Steigerungsrate! Der Buchwert des Portfolios ist mir auch nicht so wichtig, weil es nur eine Momentaufnahme darstellt, die Schwankungen teilweise mehrere tausend Euro pro Tag ausmachen und es langfristig ganz anders aussehen wird. Die Erträge konnte ich alles in allem schützen und liege im Okt. mit 221€ identisch zu deinem Betrag…
    Der Kauf von Enbridge gefällt mir, werde mir das kanadische Unternehmen mal genauer ansehen. TX für die Anregung und Dir weiter viel Erfolg!!

    Viele Grüße,
    Susanne

    1. Hallo Susanne,

      schön, dass du wieder bei mir vorbeischaust.

      Lustig, dass du fast den gleichen Betrag an Dividenden eingenommen hast, wie ich. Übrigens: Ingo von Mission Cashflow ist mit seinen 220 Euro auch nah dran.

      Der Oktober war hier wohl eine Ausnahme, denn ansonsten kann ich mit deinem Depot nicht mithalten. Aber ich sage immer: Jeder nach seinen Möglichkeiten, Hauptsache nicht arm sterben.

      Ich habe gesehen, dass du IBM-Aktien nachgekauft hast. Ich finde die aktuellen Entwicklungen bei IBM sehr spannend. Da scheint mal wieder Leben in die Bude zu kommen: Spin-Off, neuer CEO. Jedenfalls habe ich gestern meine ersten 12 IBM-Aktien gekauft.

      Ich wünsche dir weiterhin wachsende Erträge.

      Viele Grüße
      Mike

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