Hier sind die Dividenden in Gefahr

Da schlagen wir uns mittlerweile weltweit mit den Folgen des Coronavirus herum. Und dann kommt auch noch ein Preiskampf beim Öl dazu. Durch die rasant fallenden Aktienkurse ergeben sich seltene Kaufgelegenheiten, mit rekordverdächtigen Dividendenrenditen. Allerdings muss man derzeit auf der Hut sein. Wir rutschen geradewegs in eine Rezession bzw. stecken schon mittendrin. Viele Unternehmen werden sich die aktuellen Dividendenausschüttungen nicht mehr leisten können. Nach einer Dividendenstreichung oder -kürzung, entpuppt sich das vermeintlich klevere Investment dann vielleicht doch als Rohrkrepierer. Auf einige Unternehmen, bei denen man derzeit besonders vorsichtig sein muss, möchte ich dich in diesem Artikel hinweisen.

Dividendenausschüttungen setzen Gewinne oder zumindest einen positiven Cashflow voraus. Besonders bei Unternehmen aus angelsächsisch geprägten Ländern, wie Australien, Kanada, USA, Singapur und Großbritannien, herrscht eine traditionsreiche Dividendenkultur. Dies hat zur Folge, dass Dividenden auch dann noch gezahlt und sogar gesteigert werden, wenn die Einnahmen mal geringer ausfallen. Doch alles hat seine Grenzen. Die aktuelle Krise wird so manchen Dividendenzahler hart treffen, sodass Dividendenkürzungen oder auch -streichungen nicht mehr zu vermeiden sind.

Hier einige Beispiele aus den S&P500, Datenstand 12.03.2020:

UnternehmenDividenden- renditeNettoerträge der letzten 12 Monate (Mio. USD)Ausschüttungen der letzten 12 Monate
(Mio. USD)
Sektor
Occidental Petroleum (OXY)26 %-667-2.624Energie
Helmerich & Payne (HP)14,2 %-22-313Energie
Schlumberger (SLB)11,5 %-10.137-2.769Energie
Williams (WMB)10 %850-1.842Energie
Ford Motor (F)10,2 %47-2.389Automobil
Halliburton (HAL)9,2 %-1.131-630Energie
Iron Mountain (IRM)8,25 %267-705Immobilien
Exxon Mobil (XOM)8,3 %14.340-14.652Energie

Diese Liste könnte man sicherlich noch um viele weitere Unternehmen erweitern. Es liegt auf der Hand, dass es vor allem die Unternehmen erwischt, welche im Ölgeschäft tätig sind. Die ganz großen, mit soliden Bilanzen, haben noch die besten Chancen, mit einem blauen Auge davon zu kommen. Sollte sich der Ölpreis auf dem aktuellen niedrigen Niveau noch lange halten, dann werden einige Ölfirmen jedoch in Schwierigkeiten geraten.

Ein bereits bestätigtes Beispiel ist die Occidental Petroleum Corporation. Wenn ich heute (12.03.2020) nach der Dividendenrendite von OXY schaue, dann ergeben sich dort wahnwitzige 26 %. Ein Blick in die Unternehmens-News bringt leider gleich Ernüchterung. Die Quartalsdividende wird von 0,79 USD auf 0,11 USD gesenkt.

Solche News werden sich dieser Tage leider häufen. Eine gekürzte Dividende muss noch kein schlechtes Investment bedeuten. Die erwartete Rendite ist momentan aber noch schwieriger prognostizierbar, als in einem ruhigeren Marktumfeld.

Ich bin mir sicher, dass es auch meine Aktien hier und da betreffen wird. Solange die Unternehmen aber eine Chance haben, die aktuelle Krise ohne Konkurs zu überstehen, werde ich Ihnen treu bleiben.


Es handelt sich hierbei weder um die Aufforderung zum Kauf, noch zum Verkauf von Wertpapieren. Ich schildere hier lediglich meine Meinungen und Erfahrungen und mache keine Anlageberatung.
Der Handel mit Wertpapieren ist mit Risiken verbunden. Dies kann auch zum Totalverlust führen.
Bitte beachte hierzu meinen Disclaimer!

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6 Kommentare

  1. So ist es. Als Investor mit lanffristigen Horizont in Dividendenwerte hält man das einfach aus. Das Gute ist ja, solange die Unternehmen existieren und Geld verdienen zahlen sie ja auch die Dividende. Auch wenn der Kurs mal weg bricht. Derzeit werden ja auch viele Firmen mit in den Abgrund gezogen, obwohl sie von den Auswirkungen des Virus gar nicht oder nur kurzfristig betroffen sind. Dann heisst es nachkaufen. Was anderes würde man bei einem Sparplan ja auch nicht machen.

  2. Hallo Dirk,

    danke für deinen Kommentar.

    Da wir gerade in eine Weltwirtschaftskrise rutschen, wird es nicht sehr viele Unternehmen geben, die letztlich nicht in der einen oder anderen Form betroffen sein werden. Die Unternehmen mit den solidesten Geschäftsmodellen und geringsten Verschuldungen werden wohl am besten durch die Krise kommen. Leider geben die im Kurs aber auch nicht so stark nach. Von Schnäppchen kann man da noch nicht sprechen.
    Trotzdem sehe ich es auch wie du, dass man derzeit nachkaufen sollte. Klar, die Kurse können weiter sinken. Zu einer günstigen Bewertung gekauft, hat man aber so oder so.

    Leider bringen mich die Auswirkungen der Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten. Ich werde wohl in Kurzarbeit gehen müssen. Daher kann ich die günstigen Kurse weniger nutzen, als ich gerne möchte.

    Viele Grüße
    Mike

  3. Hallo Mike,

    ich muss auch in Kurzarbeit,bekomme aber in der Schweiz 80% vom Gehalt und mein Arbeitgeber zahlt noch 10% dazu,von daher ist es für mich verschmerzbar.Werde aber meine 36 Sparpläne auf je 25 Euro deckeln um nebenbei mehr Cash aufzubauen um a.) Reserve für schlechtere Zeiten aufbauen und b.) mehr Geld zu haben um mein Schweizer Aktiendepot weiter aufzubauen.

    Ich investiere ja immer noch 900 Euro jeden Monat was noch viel Geld ist von daher bleibe ich ja investiert und baue die Positionen weiter aus.

    Lg Thomas

    1. Hallo Tomas,

      danke für deinen Kommentar.

      In Deutschland wird die Gehaltslücke mit Leistungen zwischen 60 und 67% aufgefüllt. Bei 100% Kurzarbeit trifft mich das schon hart. Vermutlich werde ich im nächsten Monat trotzdem einen Aktienkauf machen. Danach muss ich erstmal schauen, wie es finanziell weitergeht.

      Bei meinen Sparplänen halte ich es wie du, die laufen weiter.

      Viele Grüße
      Mike

  4. Hallo Mike,
    die aktuelle situation ist nicht einfach und kann sogar lebensbedrohend werden. hammer.
    und meiner meinung nach zeigt sich genau hier die stärke unserer divi-strategie. es kommt geld auch wenns talwärts läuft. das die divis teils gekürzt werden, halte ich sogar für sinnvoll. so bekommen unsere qualitätsaktien luft zum atmen um die krise zu bewältigen und sogar gestärkt nach der krise weiterzumachen.
    und wenn du jetzt positiv an deine kurzarbeit denkst, kommt zusätzlich kohle rein zum reinvestieren. zwar weniger, aber dafür „geschenkt“. schau dir deine tabellen mit der hochrechnung mal wieder an…..und schon wirds heller
    tut der psyche schon gut, wenn man aufs konto schaut und uups……schon wieder geld gekommen. an diesem punkt bin ich froh das ich auch auf viele aktien setze. dann kommt öfter mal das geliebte cashinggggg

    zsamm hoiten und gsund bleibm

    Dieter

    1. Hallo Dieter,

      vielen Dank für deinen aufmunternden Kommentar.

      In der Tat läuft es mit den Dividendeneinnahmen weiterhin gut. Aber die Kürzungen werden wohl mit einiger Verzögerung noch auf uns zu kommen. Ich denke aber auch, dass das nichts Schlechtes sein muss, solange es dem Unternehmen hilft, durch die Krise zu kommen.

      So wie es bisher aussieht, wird der März 2020 ein guter Dividendenmonat für mich. Ich werde dann berichten. Ich bin gespannt, wie stark sich die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise auf meine Dividenden mittelfristig auswirken werden.

      Viele Grüße
      Mike

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